50 Jahre Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz
Erinnerung - Einordnung - Neubewertung
Die öffentliche Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz in der Kleinstadt Zeitz löste im August 1976 eine Schockwelle in der DDR und darüber hinaus aus: Das Ereignis belastete das ohnehin schwierige Verhältnis zwischen der Kirche und dem SED-Staat und führte innerhalb und außerhalb der Kirche zu heftigen Debatten.
In der Veranstaltung wollen wir der Frage nachgehen, wie es zu den Ereignissen vom 18. August 1976 kam und wie der Vorfall von den Behörden dargestellt und genutzt wurde, um Brüsewitz´ Ansehen zu beschädigen. Der ev. Pfarrer wurde diffamierend als „Sonderling“ dargestellt, „der nicht mehr alle fünf Sinne beisammenhatte“, wie die „Magdeburger Volksstimme“ seinerzeit schrieb. Die mittlerweile rund 1.000 Seiten Akten zum „Fall Brüsewitz“ im Kirchenarchiv zeigen jedoch ein differenzierteres Bild. Muss die diffamierende Sicht heute neu bewertet werden?
Darüber sprechen wir mit Ursula Meckel, Pastorin im Ruhestand, die nach ihrem Theologiestudium als Vikarin in Zeitz eingesetzt und eng mit Brüsewitz befreundet war sowie mit Oberkirchenrat i. R. Christian Fuhrmann, der im Rahmen einer Forschungsarbeit mit der kritischen Sichtung der Akten zum Fall Brüsewitz beauftragt wurde. Er wird die Ereignisse von damals bewerten und einordnen.
Darüber hinaus wird eine Sequenz aus dem Film „Der Störenfried“ von Thomas Frickel aus dem Jahr 1992 gezeigt.
Moderation: Ines Godazgar / Journalistin
Referent:innen:
Christian Fuhrmann (Oberkirchenrat i. R.), Erfurt
Ursula Meckel (Pastorin im Ruhestand, Zeitzeugin), Thale
Wann? Dienstag, 29. September 2026, 19:00 bis 21:00 Uhr
Wo? Magdeburg, Bürgelstraße 1, Salon der Ev. Erwachsenenbildung Sachsen-Anhalt
